Zero Waste Baby - einfach, glücklich, gesund

Wie ein paar von euch wissen, habe ich im April eine kleine Tochter bekommen. Mein Mann und ich machen auch seit ca. 3 Jahren Zero Waste, das heisst wir gehen schonend mit den Ressourcen um, leben minimalistisch und reduzieren unseren Abfall. Für uns war klar, dass unser Baby soweit wie möglich auch Zero Waste sein wird. In allen Büchern, die ich während der Schwangerschaft gelesen habe, scheint mein Vorhaben zu bestärken, denn was Kinder und Babys besonders brauchen, ist Zeit, Liebe und Aufmerksamkeit.

Gerne zeige ich dir meine persönliche Art Zero Waste Baby zu betreiben! Für meinen Mann und mich funktioniert es so und wir könnten es uns nicht anders vorstellen. Das soll nicht heissen, dass es für dich auch so stimmen muss, ich möchte dir nur meinen eigenen Weg aufzeigen!

 

Minimalismus

Es beginnt bereits in der Schwangerschaft: Viele mögliche Produkte, die uns aufzeigen, was wir alles brauchen und was wir unbedingt benötigen. Richtig viel brauchen wir für unser Baby sobald es auf der Welt ist. Für mich war es von Anfang an klar, dass ich so wenig wie möglich möchte. Die meisten Sachen sind überflüssig und unnötig, manche sogar gefährlich und giftig für kleine Babys. Ich habe mit meinem Mann zusammen eine Liste erstellt, was wir alles brauchen werden. Viele Dinge habe ich bewusst von Anfang an nicht gekauft, weil ich nicht sicher war, ob wir es wirklich brauchen werden oder nicht. Ich habe mir gedacht, wenn wir es wirklich brauchen, ist es schnell gekauft. Mein Tipp an dich: höre auf dich selbst bei den Sachen, die du kaufen willst oder nicht. Es gibt viele Leute, die dir sagen was du alles brauchst und was nicht. Für mich war immer klar, dass ich so wenig wie möglich für Lina will. Ich habe mir auch überlegt, ob ich etwas wirklich brauche oder ob ich einen Gegenstand gebrauchen kann, den ich bereits besitze. Beispielsweise habe wir kein Baby-Thermometer für die Badewanne gekauft, ein Fibermesser oder in unserem Fall ein Küchenthermometer tun es auch. Auch in puncto Spielsachen sind wir sehr minimalistisch unterwegs. Lina spielt am liebsten mit ganz normalen Alltagsgegenständen wie Schwingbesen, Löffel, Bambuszahnbürste, Korkzapfen und Stoffsäcken. Ihre anderen Spielsachen werden nicht mal richtig angeschaut oder sind nach kurzer Zeit uninteressant. Babys wollen schon sehr früh die gleichen Dinge gebrauchen wie die Erwachsenen.

 

Second-hand

Die einfachste Arte den Planeten zu schützen, ist, indem du gebrauchte Sachen kaufst. Die meisten Babyartikel sind so wenig gebraucht, dass sie praktisch neuwertig sind. Du kannst dein Budget schonen und tust etwas für die Umwelt. Es werden keine neuen Gegenstände produziert und nicht mehr Bäume gefällt, Erdöl verschwendet und Baumwolle geerntet.

Wir haben bis auf wenige Sachen alles gebraucht gekauft. Neu haben wir uns diese Sachen geleistet:

- Auto-Kindersitz

- Bio-Nuscheli

- 4 Stoffwindeln

Babykleider zum Bespiel findest du in Unmengen und alle sehen aus wie neu! Es gibt viele spezielle Shops oder Kinderkleider-Börsen, die Preise sind unschlagbar. Die Kleider sind also günstig und zum Teil mit weniger Schadstoffen belastet, da sie schon gewaschen wurden. Auch die anderen Artikel wie zum Beispiel Kinderwagen, Hochstuhl, Baby-Bett, Wickelkommode und die meisten Spielsachen haben wir second-hand gekauft. Auf tutti und anabis findest du fast alles! Es braucht ein wenig mehr Zeit und Geduld, das gebe ich zu. Mir hat es jedenfalls viel Spass gemacht in den Brockis nach passenden Dingen zu suchen und die Freude, wenn ich etwas nach Langem finde, ist gross. Solche Gefühle habe ich beim Gang in den Manor nicht. Ich bin komisch, ich weiss! :)

 

Waschbare Pampers/Stoffwindeln

Ja, wir brauchen Stoffwindeln oder was ich den besseren Ausdruck finde: waschbare Pampers. Heute gibt es ein riesiges Angebot an verschiedene Stoffwindeln, alle mit Vor- und Nachteilen. Ich kann hier nicht zu genau ins Detail gehen, das würde den Post sprengen. 

Für mich war wichtig, dass ich ein System habe, das aus einer wasserdichten Überhose und austauschbaren Einlagen besteht. Ich habe auch darauf geachtet, dass die Überhöschen grössenverstellbar sind und von Geburt bis 3 Jahre getragen werden kann. So kaufte ich die Windeln einmal und kann sie bis zu 3 Jahre nutzen. Uns haben die Stoffwindeln ca. 300.00 CHF gekostet. Ein Schnäppchen, wenn man bedenkt, dass ein Kind bis zu 6000 Windeln braucht, bis es trocken ist. Hier ein toller Artikel über einen Preisvergleich:

*https://www.windelmanufaktur.com/de/stoffwindeln/kostenvergleich-stoffwindeln-wegwerfwindeln

Ganz zu schweigen von dem Müllberg, der dabei produziert wird! Kurz und gut, meine Vorteile von Stoffwindeln:

- sie sind schön

- sie halten den Intimbereich meines Babys gesund und frei von Chemikalien

- sie sind einfach in der Handhabung: anziehen, ausziehen, waschen, anziehen ausziehen, waschen.

- ich muss keine Mülltüten entsorgen

- ich brauche keinen Windeleimer (Minimalismus)

- ich habe immer Windeln im Haus

- ich brauche keine Windeln zu kaufen, nach Hause zu tragen, auszupacken und zu verstauen 

Der passende Begleiter zu Stoffwindeln ist Windelfrei. Auch das ist ein Thema für sich. Falls es dich interessiert, hier mehr! Alles was ich im Moment dazu sagen kann: Mein Mann und ich sind begeistert! Von Stoffwindeln und von windelfrei. Es erleichtert unser Leben enorm und wir sparen viel Zeit und Geld.

 

Selbstgemachte Feuchttücher

Richtig gedacht. Wir verzichten auch auf Feuchttücher. Die kannst du ganz einfach selber machen. Wir haben ein altes Leintuch genommen und es in kleine Stofffetzen geschnitten.

Wenn Lina ein Geschäft gemacht hat, machen wir ein Tuch nass und wischen sie damit sauber. Danach kommt es direkt in den Wäschekorb. Wenn wir unterwegs sind haben wir unsere Wasserflasche dabei, so könne wir die Tücher auch unterwegs gebrauchen.

Wenn sie schmutzig sind kommen sie ganz einfach in die Wäsche und du kannst sie wieder brauchen.

Vor kurzem habe ich eine Packung Feuchttücher genauer angeschaut, darauf steht: 97% Wasser für ca. 7 CHF. Bei uns gibt es 100% Wasser zu 0.0007 CHF.

 

Stillen

Die schönste Art Zero Waste zu betreiben ist das Stillen. Es gibt nichts Intimeres zwischen Baby und Mutter als das Stillen. Am Anfang ist es ehrlich gesagt schmerzhaft, das Baby weiss noch nicht, wie es richtig trinken muss und so kommt meistens die Mutter in einen stress und das geht gleich auf das Baby über. Das ist auch dann der Grund das viele Frauen dann auf das Stillen verzichten, dabei ist es ein sehr schöner Moment wenn dein Baby an deiner Brust ist und du es ernährst. Es ist es für die Bindung zur Mutter auch eine der besten Möglichkeiten. Und was noch dazukommt es ist Regional, Saisonal und immer erhältlich.

Und es spart dir auch viel Zeit. Du musst kein Fläschchen vorbereiten. So kommt dein Baby auch nicht den Stress das es Hunger hat. Leider ist die Toleranz in der Öffentlichkeit zu Stillen nicht immer geduldet. Ob wohl es das natürlichste der Welt ist.

Das sind meinem Mann und meine persönliche Meinung und Erfahrung. Nimm das, was für dich stimmt als Inspiration und lass den Rest stehen! Es muss dir und deiner Familie gut gehen, das ist das Wichtigste!

Herzlich, Stefanie

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